Praxisklassen

Bei den Praxisklassen handelt es sich um zwei Klassen des  10. Schuljahrganges. Die Bezeichnung verdeutlicht bereits, dass die Unterrichtsinhalte einen höheren praxisorientierten Anteil beinhalten. Durch die höheren praktischen Unterrichtsanteile werden die Schülerinnen und Schüler auf den Besuch der Berufsschule vorbereitet.

Ebenso erwerben sie hierdurch bereits Teilkompetenzen für die jeweiligen Berufsfelder. Außerdem werden hierdurch Schülerinnen und Schüler angesprochen, welche nach neun Schulbesuchsjahren mit den klassischen Unterrichtsfächern nur schwer für einen weiteren Schulbesuch zu motivieren sind. Die praktischen Anteile finden zum Teil auch am Nachmittag statt. Hierdurch werden die Schülerinnen und Schüler auf eine ganztägige Tätigkeit vorbereitet.

Zu den praxisorientierten Inhalten zählen:

Betriebspraktikum
Die Schülerinnen und Schüler absolvieren ein zweiwöchiges Betriebspraktikum in einem Betrieb ihrer Wahl, wie es für die 10. Klasse vorgesehen ist.

Unterricht im Bereich Arbeit-Wirtschaft-Technik an der BBS II
Der Fachpraxisunterricht (AWT) findet in den Bereichen Bau, Metall, Holz oder Körperpflege (Friseure) statt. Er umfasst vier Unterrichtsstunden für das gesamte Schuljahr und wird von Fachpraxislehrenden der BBS II geplant, durchgeführt und evaluiert. Der/die Klassenlehrer/in begleitet den Unterricht und steht zur individuellen Hilfestellung zur Verfügung.

Projekt "Kochen für die Mensa"
Einmal wöchentlich kochen die Schülerinnen und Schüler der Praxisklassen für ihre Mitschülerinnen und Mitschüler. Das zubereitete Essen wird in der Mensa im Rahmen des Ganztagsunterrichtes verkauft. Das Projekt umfasst 6 Unterrichtsstunden. Die Belehrung nach § 43 Abs.1 Nr.1 Infektionsschutzgesetz ausschließlich für den Schulunterricht" erfolgt im Klassenverband an dem Schulstandort durch die Stadt Delmenhorst ist Voraussetzung für die Durchführung des Projektes.

Bewerbungstraining und Berufsberatung
Zu den Inhalten der Praxisklassen gehören auch Besuche von Berufswahlmessen und Berufsinformationsveranstaltungen, sowie ein praktisches Bewerbungstraining. Anfang des Jahres findet erneut eine Berufsberatung durch eine/n Mitarbeiter/in des Job-Centers statt.

Voraussetzungen für den Besuch der Praxisklasse
Der Besuch einer Praxisklasse basiert auf Freiwilligkeit und muss deshalb von den Erziehungsberechtigten beantragt werden. Er erfolgt auf Empfehlung der bisherigen Klassenleitung, in Absprache mit den Fachlehrern und -lehrerinnen und der/dem Reha-Berater/in des Job-Centers.

Weitere Voraussetzungen sind der Förderschulabschluss, sowie ein angemessenes Arbeits- und Sozialverhalten.

 

Ziele der Praxisklasse
Die Praxisklasse ist für Schülerinnen und Schüler gedacht, welche nach Abschluss der 9.Klasse die 10. Klasse zum Erreichen des Hauptschulabschlusses besuchen möchten, deren aktuellen schulischen Leistungen einen erfolgreichen Besuch der 10. Klasse aber nicht erwarten lassen. Außerdem ist die Praxisklasse für Schülerinnen und Schüler gedacht, welche noch zu jung sind, oder deren emotionale und persönliche Entwicklung nicht ihrem Alter entsprechen und die somit der Besuch der Berufsschule noch überfordern würde. Durch die Kooperation mit der Berufsschule und die erhöhten praktischen Anteile werden die Schüler und Schülerinnen einerseits mit dem Praxisunterricht der BBS II und andererseits mit dem neuen Schulort und Umfeld vertraut gemacht. Hierdurch können Ängste und Unsicherheiten abgebaut oder beseitigt werden. In speziellen Ausnahmefällen kann durch den Besuch der Praxisklasse die Schulpflicht erfüllt werden. Schülerinnen und Schüler, die voraussichtlich am Ende ihrer Schulpflicht in eine WFB-Maßnahme entlassen werden sollen, jedoch noch ein Schulbesuchsjahr benötigen, können ihre Schulpflicht in der Praxisklasse erfüllen. Oftmals haben diese Schüler Probleme sich in einem neuen Umfeld zurechtzufinden, ihnen bliebe somit ein zusätzlicher Wechsel erspart. Zudem werden sie durch die praktischen Inhalte auf die Maßnahme vorbereitet und durch die damit verbundenen veränderten Unterrichtszeiten bis in den Nachmittag an eine ganztägige Beschäftigung gewöhnt. Außerdem kann hierdurch ihr Durchhaltevermögen gesteigert werden.
Durch die enge Zusammenarbeit mit der Schulsozialarbeit besteht die Möglichkeit nicht nur den Kontakt zu